
EIBEN QUINTETT - Ein nachhaltiger und wirtschaftlicher "Baukasten Zukunft"
„Die fünf Häuser werden als eigenständige Stimmen eines gemeinsamen Ensembles verstanden. Wie in einem Orchester entsteht die Qualität nicht durch Gleichförmigkeit, sondern durch abgestimmte Vielfalt, Rhythmus, Resonanz und improvisiertem Zusammenspiel.“
Aus dieser gemeinsamen Basis entsteht Vielfalt nicht zufällig, sondern als bewusste Komposition. Auch die Dächer sind Teil des Ensembles: Einige erzeugen Energie, andere fördern Biodiversität, wieder andere werden zu Orten des Austauschs und der Begegnung. Der grüne Hof bildet als soziales Zentrum einen Resonanzraum – naturnah, offen, lebendig und durchlässig zum angrenzenden Parkwäldchen. Am Übergang zur Stadt liegt der flexible Quartiersraum, der das Ensemble nach außen öffnet und mit dem Stadtraum verbindet.
Unsere Antwort auf unterschiedliche Gebäudetypologien, Trakttiefen, Höhen und Nutzungen ist der „Baukasten Zukunft“: ein konstruktives Repertoire für nachhaltiges Bauen. Grundlage ist ein ökologisch optimiertes System aus wenigen, klar definierten Bauelementen, die bedarfsgerecht in unterschiedlichen Konstellationen kombiniert werden und damit Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit ermöglichen.
Im Sinne des Klimaschutzes wird mit möglichst geringen CO2-Emissionen gebaut, mit besonderem Fokus auf die Decken als materialintensivstes Bauteil. Die Kreislauffähigkeit ist integraler Bestandteil des Konzepts: 100 % des Aushubs werden vor Ort wiederverwendet – Humus für Dachbegrünungen, Schluff für mechanisch gebundene Schüttungen. Heizen und Kühlen erfolgen über aktivierte Decken, jedoch nicht im Beton vergossen, sondern reversibel und trennbar gedacht – als „Neue Wiener Decke“.
PROJEKT IN ZAHLEN
– 5 Häuser
– 1 Gemeinschaftsraum
– 4 Gemeinschaftsterrassen am Dach
– 60 Personen ab 60 Jahren im WOAL Haus
– 133 Wohnungen davon werden 2/3 im Tandem vergeben
– 17 Garconnieren (im Verbund) für Menschen mit Behinderung
– 1 Kinderhotel für Kinder mit Behinderung
– 1 Kindergruppe für Kinder aus belasteten Familien
– 1 Tagesstruktur
– 1 Gemeinschaft
Vielfalt verbinden, Gemeinschaft stärken
Fünf eigenständige Häuser bilden ein vielfältiges Ensemble mit klaren Adressen und einem gemeinsamen Hof als lebendiger Mitte. Eine gemeinsame Terrassenebene im vierten Obergeschoss verbindet die Gebäude, bündelt gemeinschaftliche Räume und schafft kurze Wege. Ergänzt wird das Quartier durch vielfältige Wohn- und Betreuungsangebote – vom inklusiven Wohnen und gemeinschaftlichen Wohnen im Alter über Garçonnièren bis zum Kinderhotel. So entsteht ein durchlässiger, gut erschlossener und sozial vielfältiger Lebensraum für unterschiedliche Bedürfnisse und Lebenssituationen.


Kreislauffähig planen, Ressourcen bewahren
Eine kluge Baulogistik hält wertvolle Bodenressourcen im Kreislauf: Humus und Aushub werden sorgfältig gesichert, zwischengelagert und vollständig vor Ort wiederverwendet. Die Aufschüttungen schaffen artenreiche Biodiversitätsdächer und klimaaktive Freiräume, die Regenwasser speichern und neue Lebensräume bieten. Die dafür notwendige stärkere Dimensionierung der Tragstruktur wird zugleich so ausgelegt, dass sie eine spätere Aufstockung ermöglicht. So entsteht aus einer konstruktiven Notwendigkeit ein doppelter Mehrwert – für die Biodiversität heute und die flexible Weiterentwicklung des Quartiers in Zukunft.






Soziale Nachhaltigkeit
In enger Partnerschaft mit dem Diakoniewerk, WOAL und Grow Together verbindet das Quartier inklusives Wohnen, gemeinschaftliches Wohnen im Alter sowie unterstützende Angebote für Familien und Kinder. Belebte Räume, eine offene Lobby, gute Nachbarschaft und professionelle Begleitung schaffen Sicherheit, Vertrauen und Zugehörigkeit. So entsteht ein generationenübergreifendes Wohnumfeld, das Teilhabe ermöglicht, Begegnungen fördert und Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen verlässlich unterstützt.



Stützen und Schächte strategisch setzen
Die Rasterung der Tragstruktur mit Spannweiten bis 7,0 m und die Raumhöhe von mindestens 2,54 m erlaubt spätere Nutzungsänderungen. Stützen und Schächte bündeln die Hauptinstallationen und erlauben den Tausch von Elementen mit kürzerer Lebensdauer und einen sortenreinen Rückbau von Außen- und Trennwänden bei Veränderungsbedarf.
Begrünte Dächer, Terrassen, Balkone und Fassaden erweitern den Freiraum in die Vertikale und verbinden die Häuser mit dem naturnah gestalteten Innenhof. Als grüne Mitte schafft er Raum für Begegnung und zugleich vielfältige Lebensräume für Pflanzen, Insekten und Kleintiere. Biodiversitätsdächer, schattenspendende Vegetation und die Nutzung von Regenwasser verbessern das Mikroklima, fördern die Durchlüftung und sorgen auch an heißen Tagen für eine hohe Aufenthaltsqualität.


Fact Sheet
AUFTRAGGEBER
Schwarzatal Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsanlagen GmbH
AUFTRAGSUMFANG
Bauträgerwettbewerb | 1. Platz
TEAM
Lisa Baier, Magdalena Grozeva, Luca Kiss, Katharina Kothmiller, Zornitsa Rangelova, Daniel Wegerer
ORT
Wien
ZEITRAUM
seit 2026
STATUS
in Bearbeitung






