
STAYERY. Wien: Hybridbau mit urbaner Eleganz – Holz und Beton neu kombiniert
Hybridbau mit urbaner Eleganz – Holz und Beton neu kombiniert
Mit dem Neubau von STAYERY. Wien setzen wir ein Zeichen für nachhaltiges Bauen im urbanen Kontext. Der geplante Abriss des Umweltbundesamtes bedeutet den Verlust grauer Emissionen – umso wichtiger ist es, den Neubau konsequent klimagerecht zu gestalten. Unser Ansatz: Wir drehen das übliche Bauprinzip um. Statt eines Stahlbetonskeletts mit leichter Holzfassade errichten wir einen massiven Holzbau aus Brettsperrholzwänden und -decken.
Projekt in Zahlen
– 9 Geschosse
– 150 Zimmer
– 1 unterirdische Garage
– 1 Coworking Bereich
– 1 Lounge
– 1 F&B-Verpflegungsbereich

Die äußere Hülle bilden vorgefertigte Betonsandwichelemente, die gezielt eingesetzt werden, um Schallschutz, Dauerhaftigkeit und eine hochwertige Sichtbetonoptik zu gewährleisten. Durch den hohen Vorfertigungsgrad beider Materialien erzielen wir eine schnelle, präzise Bauweise mit minimalen Belastungen für das städtische Umfeld.
Das Ergebnis: Ein moderner, nachhaltiger Hotelbau, der Funktionalität, Ästhetik und Klimaschutz in Einklang bringt – mit sichtbaren Holz- und Betonoberflächen im Innenraum und einer ehrlichen, urbanen Fassadensprache.
Effizient, präzise, nachhaltig
Vorfertigung als Schlüssel zum urbanen Holz-Hybridbau. Der Neubau von STAYERY. Wien setzt auf einen durchdachten Materialeinsatz und einen hochgradig industrialisierten Bauprozess. Unsere Strategie: maximale Vorfertigung im Werk, minimaler Aufwand auf der Baustelle. Sowohl die tragenden Brettsperrholzelemente als auch die Betonsandwichelemente der Fassade werden präzise industriell vorgefertigt. Das reduziert Bauzeiten, verbessert die Ausführungsqualität und minimiert Emissionen und Lärm in der Bauphase – ein entscheidender Vorteil im dicht verbauten, urbanen Umfeld.
Gleichzeitig sorgt dieser Ansatz für wirtschaftliche Sicherheit: Planbare Kosten, verkürzte Bauzeit und eine geringe Fehleranfälligkeit auf der Baustelle machen das Projekt effizient und ressourcenschonend. Der gezielte Einsatz von Beton nur dort, wo er funktionale Vorteile bietet, kombiniert mit den ökologischen Qualitäten des Holzbaus, schafft eine neue Balance zwischen Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und architektonischer Qualität.



Tragwerkskonzept
Das gewählte Tragsystem ist eine Massivholzkonstruktion aus Brettsperrholzwänden mit Brettsperrholzdecken. Die für eine Holzbauweise idealen geringen Spannweiten ermöglichen eine optimierte Deckenstärke von 150mm, wodurch die Gesamtstärke einer Geschossdecke nicht größer wird als bei der konventionellen Stahlbetonbauweise. Sämtliche tragende Holzelemente werden mit der Berücksichtigung der erforderlichen Brandwiderstände dimensioniert und können dank der doppelschaligen Ausführung der Zimmertrennwände (Schallschutz) mit sichtbaren Holzoberflächen ausgeführt werden. Über die Möglichkeit Öffnungen in die Brettsperrholzwände zu schneiden ist die spätere Nutzungsadaption gewährleistet.
Um Nutzungsoffenheit in der Sockelzone gewährleisten zu können wird das EG in Skelettbauweise als Stahlbetonkonstruktion konzipiert. Diese Bauweise ermöglicht größere stützenfreie Spannweiten, eine flexible Nutzung der Räume der Sockelzone und eine einfache Anpassung an zukünftige Anforderungen.

Bauen mit Holz und Beton
Unter Berücksichtigung der Qualitäten der Materialien haben wir einen konstruktiven Holzbau mit robusten Außenwandelementen aus Betonsandwichelementen konzipiert – diese Kombination ist nicht nur nachhaltig, sondern auch ästhetisch ansprechend und von hoher Qualität.

Holz – ein zuverlässiger Baustoff (der CO2 bindet)
Es gibt viele Gründe für das Bauen mit Holz. Einer bezieht sich weniger auf die physikalischen Eigenschaften als vielmehr auf das, was jeder kennt: Inmitten von Holz fühlt man sich einfach wohl. Holz bringt viele Vorteile mit sich: enorme Tragkraft bei geringem Eigengewicht, Stabilität und Elastizität. Holz ist ein nachwachsender, lokal verfügbarer Rohstoff. Es wächst mehr nach, als geschlägert wird.

Beton dort, wo er Sinn macht
Gibt es Alternativen zur Vollwärmeschutzfassade? Ja – wir verwenden für STAYERY. Wien komplett im Werk vorgefertigte Fassadenverbundelemente. Die Vorfertigung ermöglicht hohe Präzision und Qualität bei der Betonverarbeitung. Für eine hochwertige Oberflächenstruktur werden die Bauteile sandgestrahlt. Die Außenhülle ist nach dem Versetzen fix fertig, nur die Fenster müssen noch in die vorbereiteten Öffnungen gesetzt werden. Die schlanken Öffnungsflügel fügen sich elegant in die Sichtbetonfassade ein. Diese ist robust und langlebig. So kann auch Beton nachhaltig sein.


Fact Sheet
Auftraggeber
Real – Treuhand Projekt - & Bauträger GmbH
Auftragsumfang
Wettbewerb | 2 Platz
Team
Lisa Baier, Magdalena Grozeva, Zornitsa Rangelova, Erik Mothwurf (extern)
Ort
Wien
Zeitraum
2025
Status
Projektidee
BGF
6.421 m²
Kooperation
– studio mothwurf zt
– Rendering: expressiv




